Unternehmensbewertung

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Grundsätzliches

Die Unternehmensbewertung stellt eines der zentralen Probleme der Betriebs­wirt­schafts­lehre dar und beschäftigt seit langem Forschung und Praxis. Insbesondere durch die zahlreichen Unternehmenszusammenschlüsse in den letzten Jahren sowie die Diskussion um eine stärker an den Interessen der Eigentümer auszurichtende Unternehmenspolitik (Schlagwörter: „shareholder value“, „wertorientierte Unter­neh­mens­steuerung“; usw.) bzw. deren Umsetzung – mit Hilfe kapitalmarkt-orientierter Bewertung – hat dieser Problembereich zuletzt wieder an Aktualität bzw. auch Brisanz gewonnen.

Zu den relevanten Kenngrößen, die analytisch erfasst, berechnet, berücksichtigt und schließlich analysiert und bewertet werden müssen, zählen u.a.:

  • EBIT/NOPLAT
  • Operating Income
  • entity DCF analysis/approaches/models
  • real, nominal CF & DR
  • free CF
  • ROIC-/ROIE-forecasts
  • spread
  • VBM
  • WACC
  • economic profit models
  • quality of P/E ratio
  • macroeconomic variables like GDP; etc.

Durch die Kombination von verschiedenen, jeweils der Situation angepassten, Verfahren liefern wir die Argumentation für eine Bandbreite an Wertindikationen, anhand dieser in die eigentliche Kaufpreisverhandlung eingetreten werden kann.
Jahresabschlüsse, Organisation und Unternehmensstruktur fließen ebenso in die Analyse mit ein, wie externe Daten, z.B. Marktentwicklungen und Trends.

Sehr verbreitet ist z. B. die Berechnung nach dem Ertragswertverfahren bzw. nach dem Discounted Cash-Flow (DCF) Verfahren.
Bitte sprechen Sie mit uns, gern beraten wir Sie vorab und unverbindlich.

Unternehmensbewertung – Arten

Ein Bewertungsverfahren, das den „einen garantierten“ Wert eines Unternehmens zuverlässig ermittelt, gibt es also nicht. Der Unternehmenswert kann nur durch die Berücksichtigung und die Bewertung der im individuellen Fall unterschiedlichen wertmitbestimmenden Faktoren, sowie unter Ein­beziehung des Bewertungszieles nachvollziehbar, ermittelt werden.

  • Daher kann ein durch eine Bewertung ermittelter Unternehmens­wert immer nur plausibler Anhaltspunkt für seine mögliche Realisierung am Markt sein.
  • Weiterhin ist es erforderlich, dass die Bewertung auch mit dem notwendigen Praxisbezug erfolgt, also dass praxisorientierte, tatsächlich realisierbare Unternehmenswerte ermittelt werden.
  • Eine wesentliche Bewertungsgrundlage bildet zudem ein aussage­fähiger Geschäftsplan für das laufende und drei bis fünf Folgejahre.

Bei Bedarf unterstützen wir den Unternehmer, einen qualifizierten Businessplan aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Cash-Flow-/Liquiditätsplan zu erstellen.

Die geläufigsten Bewertungsverfahren im Überblick

Ertragswertverfahren

Die Ertragswertmethode nach IDW-Standard (Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland) basiert auf den historische Ertragszahlen. Dieses Verfahren wird häufig angewandt. In der Rechtsprechung wird dabei anerkannt, dass es die sogenannten ‚Grundsätze ordnungsgemäßer Unternehmens­bewer­tung‘ (GoU) erfüllt.

Discounted Cash Flow Methode

Das DCF-Verfahren berücksichtigt zusätzlich zu dem oben ermittelten Er­tragswert die Zahlungsströme durch diskontierte, zukünftige, projek­tier­te Ertragszahlen mit entsprechenden Korrekturen der Betriebsergebnisse. Bei dieser Wertermittlung spielen insbesondere die künftigen Risiken und Chancen des Unternehmens auf den von ihm besetzten Märkten sowie die Managementqualität eine große Rolle – eine intensive Beschäftigung mit Markt, Branche und Wettbewerb ist erforderlich.

Substanzwertverfahren

Das Substanzwertverfahren will die Kosten ermitteln, die entstehen wür­den, wenn man den Betrieb auf der ‚grünen Wiese‘ im gegenwärtigen Zustand neu errichten wollte. Nettosubstanzwert-Ermittlung: Eigenkapital als Überschuss, bereinigte Aktiva./.Verbindlichkeiten.

Mittelwertverfahren

Das Mittelwertverfahren versucht nun, aus den sehr unterschiedlichen Ergebnissen aus Substanz- und Ertragswertverfahren einen Mittelwert zu bilden, indem Substanzwert und Ertragswert mit einer Gewichtung versehen und dann erst zum Unternehmenswert addiert werden.

EBIT – Multiples Verfahren

Die Markt- und vergleichsorientierten Gewinnmultiplikatorenverfahren werden häufig verwendet. Bei diesen Verfahren wird der EBIT – das ’nachhaltig erzielbare Betriebsergebnis‘ mit Multiplikatoren multipliziert. Die Höhe des jeweiligen Multiplikators bemisst sich dabei an Branchenrisiken, Zyklenanfälligkeiten und Stellung des Unternehmens in seinem Markt.

Börsenwertverfahren

Bei (Börsen-) Vergleichswert-Verfahren wird ermittelt, wie die Konkurrenzunternehmen am Markt bewertet werden. Ermittlung von Multi­plika­toren, die auf das zu erwerbende oder zu veräußernde Unternehmen übertragen werden (z.B. PER, CFR, P/S). Wegen der mangelnden Verfügbarkeit von ausreichendem Zahlenmaterial, werden diese Verfahren nur sehr selten angewandt.

Transaktionswertverfahren

Anwendung von Bewertungsmaßstäben, die aufgrund von veröffentlichten Transaktionen ermittelt werden können. Wegen der mangelnden Verfügbarkeit von ausreichendem Zahlenmaterial, werden diese Verfahren ebenfalls nur sehr selten angewandt.

Liquidationswert-Ermittlung

Hier wird unterstellt, dass das Unternehmen aufgegeben wird. In diesem Fall wird geschätzt, welche Verkaufserlöse die Wirtschaftsgüter erzielen könnten, wenn sie einzeln verkauft werden. Die Summe dieser geschätz­ten Verkaufserlöse stellt dann den Liquidationserlös dar.

Verfahren nach der Kapitaldienstgrenze

Dieses in der Praxis entwickelte Verfahren ermittelt zunächst den maximal tragfähigen, zusätzlichen Kapitaldienst.

Einschränkungen bei allen Verfahren

Ungenauigkeiten von Zukunftsdaten zu Umsatzerlösen, Erträgen und Ver­zinsungen, eingeschränkte Beschaffungsmöglichkeiten von Markt-Vergleichsdaten, Sachwertermittlung ohne Realisierungsbeweis, Annahmen und Schätzungen belasten die Genauigkeit des Ergebnisses. Das Ergebnis einer Unternehmensbewertung kann also nur die Richtung, die Bandbreite angeben, innerhalb deren sich der endgültige Kaufpreis bewegen sollte.